Zweiradunion Typ 113TS (Touren Sport)
Alles wird gut! So habe ich damals zwar noch nicht gedacht, aber da wusste ich auch noch nicht, was eine Restaurierung so alles kosten würde, wenn man sich so etwas als Fahrzeug zulegen würde (Nerven, Zeit, Zeit, Zeit, Geld, Geld, Geld). Die ersten 3 Bilder stammen aus dem Jahre 1992, als ich anfing, Das Moped zu zerlegen. Ich habe zu der Zeit nicht geahnt, (man ist doch manchmal ein bisschen blauäugig, oder?) das das Fahrzeug recht selten ist und die Ersatzteile wirklich rar gesät sind!
Vorwort: Ich habe das Moped zum Abi geschenkt bekommen, man sieht es noch an der roten Schleife am Lenker. Zustand: ölverschmierter Rahmen, kein Vergaser, kein Vergaserdeckel (Böseböse), original superspröde Weißwandreifen vorn und hinten, und an den Felgen ist der Chrom noch zu erahnen. Motor ist das schwarze komische Gebilde da links unten. Ja, das ist der Motor (Oho!). Noch was Böses: Die Aluzierleiste auf dem Rahmen war auch weg.
Jetzt geht es los: Motor - Der Kolben saß total fest. Es half nur noch rohe Gewallt, um ihn aus dem Zylinder zu lösen. Ich meine mich daran zu erinnern, das ich mit meinem Vater mindestens einen 1/2 Tag damit zugebracht habe, um den Kolben aus dem Zylinder zu bekommen. Der Kolben hat dies natürlich nicht überlebt. Mich wundert es allerdings, das die Kurbelwelle und das Pleuel dies überlebt haben! Ich habe damals bei Heumann einen neune Kolben bekommen, und der Zylinder wurde gehohnt und geschliffen. Wo, das weiß ich nicht mehr. Rahmen: "der Tank riecht so komisch!" Pfui, alter Sprit. Ich schätze, der Tank war ca. 1/4 gefüllt gewesen, als das Zeug verharzte. Der Benzinhahn ist nicht lösbar, also von unten den Rahmen anbohren, damit ich rankomme. Nach Stunden werkeln war das Ding ab(-gerissen). mit einem Bohrer von unten also vorsichtig ausbohren.
Aber was ist das? Wie zäh und dick kann nur alter Sprit sein! Irgendwann habe ich den Tank grob mit Benzin gespült und alle Teile zerlegt gehabt. Alles ging dann zum Sandstrahlen. Beim Sandstrahlen stellte sich heraus, das das Schutzblech hinten (Am Nummernschild) total Rostzerfressen war. Mit Metallknete und Spachtel ließ sich das Stück aber wieder Instandsetzen. Viel gespachtelt habe ich damals nicht, und mein Vater hat mit alles Silbermetallic lackiert, was ich damals toll fand! Ach so, das komische gelbe Ding unten in der Mitte, das ist der Sattel gewesen! Den hat mir damals ein Pole 'restauriert'. Bild unten. ...Dann kam ich zum Bund, und es taten sich so 12 bis 13 Jahre nix am Moped...
... also Anfang 2005 (inzwischen Verheiratet, eigenes Haus, Kinder - Kinder, wie die Zeit vergeht): Es erging mein Beschluss, das Moped in möglichst originalen Farbtönen wieder zum Leben zu erwecken! (Es lag wohl daran, das ich nach vielen Jahren suche nach 'Buschkamp' endlich den Hersteller gefunden hatte) Also Mopedteile rausgekramt, Spachtel gekauft, neue kleine Schleifmaschine gekauft - "Schatziiiieee? hast du den Motor gesehen? - Welchen Motor? - Na, DEN Motor...(Rest führe ich besser nicht auf)". Die Folgen: Meine Frau sah mich Tagelang nicht, obwohl ich Urlaub hatte, ich sah dafür aus wie gepudert - vom Schleifstaub, denn das hintere Schutzblech hat mein schlechtes Spachtel- und Schleiferkönnen auf eine große Geduldsprobe gestellt.

Erst mal musste ich feststellen, was ich überhaupt für ein Moped besitze (war mir damals relativ egal, hauptsache altes Moped). Über eine Internetseite habe ich dan festgestellt, das ich EIn Moped Typ 113 besitze, mit einem 805er Motor. Hinzu kommt, das die der 2Sitzer war (Wegen der Sitzbank) und daraus folgte Typ TS - Tourensport war) Der große Schreck kam aber erst, als ich im Internet nach Informationen und Ersatzteile suchte - Da gibt es eigendlich gar nix! Eijeijei, also Google musste in diesen Tagen leiden (und eBay). Aber ich bin doch fündig geworden. Thomas Kurz mit seinem Webshop und Victoria Ersatzteilen.
Jetzt ging es aber wirklich mit wichtigen Dingen weiter: Also, im Sommer habe ich mir dann 2k lack gekauft. Den Farbton habe ich so Pi mal Daumen nach einem Bild aus dem Internet rausgesucht (Taubenarschblau). So habe ich sie dann im Sommer lackiert, und die Teile wie zB Klingeldeckel und Gepäckträger zum Verchromen gebracht (Hui, war das teuer!). Irgendwie musste ich dann feststellen, das man doch die Wellendichtungen am Motor nach 40 Jahren besser austauschen sollte! Also habe ich den Motor nach 13 Jahren noch mal komplett zerlegt (Inzwischen war die Anleitung auf CD von Thomas Kurz da...). Also habe ich die Wellendichtungen und Flächendichtungen auch neu bestellt und eingebaut. Bei der Gelegenheit habe ich mich im Polieren von Aluteilen geübt, um den Motorblock ein schöneres Aussehen zu geben. Auf dem Bild ist zu erkennen, was ich poliert habe.

Der Sattel ist übrigens nicht zur weiteren Verwendung vorgesehen. Er soll in Zukunft auch im originalähnlichemm Zustand erstrahlen. Und der Gepäckträger? Hm. Ich denke, das der damalige Besitzer den irgendwie selber zusammengeschustert hat. der ist glaube nicht so ganz dem Mopedzubehör entnommen. aber er sieht trotzdem Geil aus, oder? Die fehlende Aluzierleiste für den Rahmen habe ich in einem harten eBaykampf erfochten, mit 1000 Schleifpapier bearbeitet, und jetzt sieht sie wieder gut aus, finde ich.Das schlimmste, dachte ich, wäre die Reinigung des Tanks. Wie oben bereits beschrieben, war der absolut bäh! Aber ich habe mir das Tankreinigungs- und Versiegelungsset von Kreem gekauft. Um den Tank sauber zu bekommen, habe ich zwar erheblich mehr Reinigungsgänge gebraucht, als wie vom Hersteller vorgegeben, aber es hat sehr gut funktioniert. Ich habe die Reinigungsflüssigkeit 5 Mal aufgewärmt. (Nach 3 Mal habe ich einen neue Mischung angesetzt). Man glaubt ja gar nicht, was so alles aus dem Tank kommen kann. Anschließend habe ich ihn mit Kreem Rot beschichtet.

Fortsetzung folgt auch mal. (Der Motor hat schon eine 10 sek. Testlauf hinter sich)
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